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Schwerpunkt Kalter Krieg 1947 bis 1991

Modell­bau-Epochen

Scale Model Artist: Mario Farez Lewandowski

Der Kalte Krieg bezeichnet die jahrzehntelange politische, militärische und ideologische Auseinandersetzung zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion sowie ihren jeweiligen Verbündeten. Er begann nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und prägte die internationale Politik von etwa 1947 bis 1991. Anders als bei einem klassischen Krieg standen sich die beiden Supermächte dabei nicht direkt auf den europäischen Schlachtfeldern gegenüber. Stattdessen entstanden zwei grosse Machtblöcke: Im Westen die NATO-Staaten unter Führung der USA, im Osten die sozialistischen Staaten unter Führung der Sowjetunion. Europa wurde dadurch politisch und militärisch geteilt – besonders deutlich sichtbar am geteilten Deutschland.

Ein zentraler Konflikt war der Gegensatz zwischen den politischen und wirtschaftlichen Systemen. Die USA standen für eine demokratische und marktwirtschaftlich geprägte Ordnung, während die Sowjetunion ein sozialistisches Staatssystem vertrat. Beide Seiten versuchten, ihren Einfluss weltweit auszubauen. Dazu gehörten wirtschaftliche Unterstützung, politische Bündnisse, Propaganda und technologische Konkurrenz. Der Marshallplan half beim Wiederaufbau Westeuropas, während die Sowjetunion mit eigenen wirtschaftlichen und politischen Strukturen ihren Einfluss in Osteuropa festigte. Mit der Gründung der NATO 1949 und des Warschauer Paktes 1955 wurden die beiden militärischen Bündnissysteme endgültig institutionalisiert.

Besonders bedrohlich war das Wettrüsten zwischen den Supermächten. Die Entwicklung und Stationierung von Atomwaffen führte zu einem Gleichgewicht, bei dem ein direkter Angriff katastrophale Folgen für beide Seiten gehabt hätte. Hinzu kamen immer leistungsfähigere Raketen, Bomber, U-Boote und konventionelle Streitkräfte. Die Kubakrise 1962 zeigte, wie schnell die Konfrontation eskalieren konnte. Die Stationierung sowjetischer Atomraketen auf Kuba führte zu einer direkten Konfrontation mit den USA. Nach intensiven Verhandlungen zog die Sowjetunion ihre Raketen ab; im Gegenzug entfernten die USA später ihre Jupiter-Raketen aus der Türkei. Der Kalte Krieg war damit keineswegs beendet, aber beide Seiten hatten erlebt, wie gefährlich eine direkte Konfrontation werden konnte.

Die Auseinandersetzung beschränkte sich jedoch keineswegs auf Europa. In zahlreichen Regionen der Welt wurden Konflikte zu Stellvertreterkriegen, bei denen eine oder beide Supermächte politische und militärische Kräfte unterstützten. Beispiele sind der Koreakrieg, der Vietnamkrieg und der sowjetische Krieg in Afghanistan. Auch in Afrika, Asien und Lateinamerika konkurrierten die beiden Machtblöcke um politischen Einfluss. Dabei kamen Waffen, Militärberater und finanzielle Unterstützung zum Einsatz. Für viele Staaten bedeutete der Kalte Krieg deshalb nicht eine abstrakte Auseinandersetzung zwischen Washington und Moskau, sondern konkrete Kriege und politische Umbrüche im eigenen Land.

Auch technologisch entwickelte sich die Konkurrenz rasant. Der Wettlauf ins All wurde zu einem Symbol für den Systemwettbewerb. Die Sowjetunion brachte 1957 mit Sputnik 1 den ersten künstlichen Satelliten ins All und schickte 1961 mit Juri Gagarin den ersten Menschen in den Weltraum. Die USA antworteten unter anderem mit dem Apollo-Programm, das 1969 mit der Mondlandung einen spektakulären Erfolg erzielte. Gleichzeitig wurden Satelliten, Raketen- und Kommunikationstechnologien militärisch weiterentwickelt. Für die Bevölkerung gehörten jedoch auch ganz andere Dinge zum Alltag des Kalten Krieges: Luftschutzübungen, Bunker, politische Propaganda und die ständige Vorstellung, dass ein Atomkrieg jederzeit möglich sein könnte. Ein ausgesprochen gemütliches Zeitalter war das also nicht.

In den 1980er-Jahren begann sich die Situation schliesslich grundlegend zu verändern. Die wirtschaftlichen und politischen Probleme der Sowjetunion nahmen zu, während Michail Gorbatschow ab 1985 mit Glasnost und Perestroika Reformen einleitete. Gleichzeitig verloren die kommunistischen Regierungen in Osteuropa zunehmend ihre Kontrolle. 1989 fiel die Berliner Mauer, und innerhalb kurzer Zeit zerfiel die politische Ordnung des Ostblocks. 1991 löste sich schliesslich die Sowjetunion auf – damit endete der Kalte Krieg. Sein Erbe ist bis heute sichtbar: in den politischen Grenzen Europas, in internationalen Bündnissen, in den weiterhin vorhandenen Atomwaffenarsenalen und nicht zuletzt in den unzähligen Militärfahrzeugen, Flugzeugen und Panzern, die diese Epoche hervorgebracht hat. Für den Modellbau ist der Kalte Krieg deshalb ein geradezu absurd grosses Kapitel – kaum war ein Panzer fertig entwickelt, stand irgendwo schon der nächste Prototyp auf dem Zeichenbrett.